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Historie...

 
   

Dort, wo sich die östliche Promenade zwischen Kiefern und Fichten in einem Waldweg verliert, endet die Flaniermeile des Seebades Ahlbeck. Linker Hand, am Rande bewachsener Dünenwälle, liegt der selbst im Sommer nahezu menschenleere feine Strand. Von den Dünen eröffnet sich dem Betrachter die malerische Unendlichkeit von Meer und Himmel. In der Ferne erheben sich im Rücken des polnischen Seebades Misdroy die über hundert Meter hohen Steilküsten Wollins. Westwärts schlägt der Strand einen sanften Bogen, ausgerichtet auf den Heringsdorfer Kulm und den Bansiner Langen Berg. Hier mag es gewesen sein, wo sich namenhafte Zeitgenossen vom Schlage eines Theodor Fontane, Kurt Tucholsky und Thomas Mann in Usedom verliebten.

 

 

Dieses besondere Inselfleckchen entdeckte auch ein Mann namens Karl Mentzel und errichtete genau dort um 1908 seine Villa „Tannen-Burg“, ein Name, der nicht passender hätte sein können. Das „Ideal“ eines Sommeraufenthaltes in besonderer Synthese von Strand, Wohnen und Natur. „Das Haus musste es sein, ein wenig viktorianisch, ein wenig so wie der Schinkelentwurf des Jagdschlosses Granitz auf Rügen, ein wenig wie die Kasernen der Kürassiere in den Garnisonsstädten, ein wenig mittelalterliche Burg, so dauerhaft, fest und wehrhaft wie das expandierende Kaiserreich.“ Er mochte nicht das verspielte, schnörkelige, diese modischen Stile des Protzbürgertums und der französischen Salonkünstler, sondern klare Linien und viel Raum für die Besucher.

 

 

 

Die „Tannen-Burg“ erfüllte in den Folgejahren als Pensionat mit Cafè und Konditorei die Erwartungen des Publikums. Dieses reiste an „wegen der Ruhe ohne die laute Musik der Konzerte und ohne störenden Fuhrwerksverkehr“. Sie kamen selbst im Winter, da eine moderne Heizung wohlige Wärme verbreitete, was andere Hoteliers neidisch werden ließ. Die Republik der Eberts und Scheidemanns mit nun ausschließlich mittelständischen Ostseegästen, mit Inflation, moralisch Bedenklichem, viel Politik, schnellem Geld und allerlei Krisen schien der „Burg“ nichts anhaben zu können. Ihre Mauern erwehrten sich allem Misslichen. Die neue Besitzerin Anna Golemba führte die Pension erfolgreich weiter, warb sogar für ausländische Besucher und ließ die Anlage um 1925 durch eine ebenerdige Veranda für kaffeedurstige Spaziergänger erweitern.

 

 

 

Der Besitzer um 1938 war Hugo Weith, hier mit der Familie an einem der „Badekarren“. Während des Krieges wurde die „Tannen-Burg“ Lazarett und Flüchtlingsunterkunft. Nicht viel später, in der neuen deutschen Teilrepublik, reisten endlich wieder Gäste an. Doch 1953 erfasste die Enteignungswelle „Aktion Rose“, gedacht gegen private Hotel- und Restaurantbesitzer, auch den Eigentümer der „Tannen-Burg“. Diese, nunmehr Staatseigentum, wurde den Ministerien der „Sicherheitsorgane“ als Sondererholungsheim übergeben nebst neuem Namen, der von nun an „Tann-Eck“ lautete. Auch das überstand die „Burg“ fast unbeschadet, da Neubauten aufwendig waren und Betten für die vielen Ostseeurlaubsanfragen nie ausreichten.

 
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 Hotel Kastell - 17419 Seebad Ahlbeck - Tel. 038378. 47010  - Fax: 038378. 470119